Jetzt habe ich einen zweiten Counter eingebaut. Wenn ich die Zahlen zusammenzähle habe ich doppelt so viele Besucher - äh??
Na gut, also ernsthaft. Der zählt die Besucher tageweise, eigentlich kann ich da den anderen rauswerfen. Aber wenn ich bei dem nachschaue finde ich andere spannende Dinge heraus - z.B. über welche Suchbegriffe man mich gegoogelt hat. Das ist aber bisher nur einmalig passiert und das war ein Selbstversuch. Ist also auch nicht spannend. Aber kann ja noch werden. Muss aber auch nicht. Oder so. Na ja, irgendwie muss man seinen Narzissmus ja befriedigen, mal sehen.
Ich darf (hoffentlich ;-) ) unsere Barfrau Lulu zitieren:
"Friseure und Barfrauen hören in der Tat ständig Beichten an und sind oft so etwas wie psychologische Anlaufstellen!"
Nun bin ich real (leider) selten in Bars, dafür virtuell öfter (und gerne) in unserer BlogBar. Dafür war ich noch nie bei einem virtuellen Frisör (gibt es das überhaupt? Bestimmt, gibt im Netz doch alles), aber gelegentlich real, ist ja nicht zu vermeiden. Heute also war ves wieder soweit und in der Tat kam es zu einem spannenden Gespräch. Allerdings habe nicht ich der Friseurin (heißt ja nicht mehr Friseuse - heißt es jetzt eigentlich auch Friteurin? Bei Masseurin und Masseuse sind es ja zwei völlig verschiedene Berufe...) mein Herz ausgeschüttet, sondern sie mir.
Jetzt weiß ich über ihr gutes Verhältnis zu ihrem leider vor 5 Jahren verstorbenen Großvater Bescheid und dass ihr Freund sie letzte Nacht (versehentlich im Schlaf) mit seinem Gipsarm auf die Nase geschlagen hat - scheint ihr öfter zu passieren, auch wenn er den Arm nicht in Gips hat, er fuchtelt wohl gerne im Schlaf. Na ja, war jedenfalls interessant und zeigt, dass der Gedankenaustausch auch umgekehrt funktioniert.
...wurde ich am letzten Dienstag. Abends nach der Arbeit ging es mir schon schlecht, auf dem Weg zu einer Sitzung am Abend habe ich mir dann ein Antibiotikum besorgt und war dann ab Mittwoch für den Rest der Woche krank. Halsschmerzen, Nebenhöhlen, NAse zu, ich konnte kaum sprechen und war elendiglich schlapp.
Zu Hause hätte ich zwar irgendwie auch bloggen können, aber es funktioniert nicht gut. Ich kann in meinem Menü (Profil bearbeiten, Abonnements usw. nicht sehen. Habe die Frabeinstellungen u.a. überprüft ohne Erfolg. Kann es sein, dass das mit Netscape nicht funktioniert? Na auch egal, kann normalerweise eh' nicht zu Hause bloggen, da habe ich Wichtigeres zu tun - wenn ich nicht gerade krank bin.
Na ja, am WE ging es langsam besser und jetzt ist noch ein kräftiger Schnupfen übrig, aber ich kann wieder arbeiten - und bloggen...
Nun, wie ich inzwischen gelernt habe, schreibt man Blogs für sich selbst. Nicht für andere, oder gar, damit andere es lesen.
Das erklärt mir zwar nicht vollständig, warum man dann in eine öffentlich zugängliche Blog schreibt (
Erklärungen zur
Grammatik), anstatt in ein heimisches Tagebuch oder bei Liebe zum Digitalen in ein Worddokument, aber ich muss ja auch nicht alles verstehen.
Ich würde also nie zugeben, dass ich es schon nett finde, wenn andere den Müll, den ich so von mir gebe auch lesen, trotzdem habe ich mal gegoogelt. Bei marbot bin ich auf Platz 13, das finde ich schon ganz ansehnlich, bei marbot + blog bin ich der erste Treffer. Wäre es mir nicht völlig egal (s.o.), dann würde ich mich jetzt darüber freuen ;-)
Nun, die erste Kostprobe war ja harmlos.
Vielleicht ist der folgende Abschnitt des gleichen Werkes etwas kontroverser (aber bitte nicht mich, sondern Schiller schlagen!):
Der Mann muß hinaus
Ins feindliche Leben,
Muß wirken und streben
Und pflanzen und schaffen,
Erlisten, erraffen,
Muß wetten und wagen,
Das Glück zu erjagen.
Da strömet herbei die unendliche Gabe,
Es füllt sich der Speicher mit köstlicher Habe,
Die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus.
Und drinnen waltet
Die züchtige Hausfrau,
Die Mutter der Kinder,
Und herrschet weise
Im häuslichen Kreise,
Und lehret die Mädchen
Und wehret den Knaben,
Und reget ohn Ende
Die fleißigen Hände,
Und mehrt den Gewinn
Mit ordnendem Sinn.
Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden,
Und dreht um die schnurrende Spindel den Faden,
Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein
Die schimmernde Wolle, den schneeigten Lein,
Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer,
Und ruhet nimmer.
Nachdem nun heute überall
Goethetag ist als Kontrapunkt mal was von Schiller zur Liebe (aus einem seiner bekanntesten, interessantesten und umstrittensten Werke):
Und herrlich, in der Jugend Prangen,
Wie ein Gebild aus Himmelshöhn,
Mit züchtigen, verschämten Wangen
Sieht er die Jungfrau vor sich stehn.
Da faßt ein namenloses Sehnen
Des Jünglings Herz, er irrt allein,
Aus seinen Augen brechen Tränen,
Er flieht der Brüder wilder Reihn.
Errötend folgt er ihren Spuren
Und ist von ihrem Gruß beglückt,
Das Schönste sucht er auf den Fluren,
Womit er seine Liebe schmückt.
O! zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,
Der ersten Liebe goldne Zeit,
Das Auge sieht den Himmel offen,
Es schwelgt das Herz in Seligkeit.
O! daß sie ewig grünen bliebe,
Die schöne Zeit der jungen Liebe!
Das ist ja schrecklich. Heute titelt "Bild dir deine Meinung" (übersetzt: nimm hier Deine=unsere Meinung zur Kenntnis) also: "Wollen wir uns alle Duzen?"
Und das so kurz nachdem ich mich hier in meinem Blog danach fürs Bloggen gefragt habe. Die haben bestimmt bei mir nach Themen für's Sommerloch gesucht ;-)
Habe den Titel natürlich nur bei uns in der Cafeteria liegen gesehn, weiß also nicht, was die weiter schreiben. Ich gehöre ja zu einer Generation die sehr leicht zum Du übergeht oder gleich damit anfängt, finde das eigentlich auch ok - aber wenn die Bild das wirklich propagiert werde ich doch noch zum Verteidiger des Sie ;-)
ps Nicht dass jetzt jemand mir ernsthaft vorwirft, ich würde meine Meinung ja auch durch Bild bilden lassen nur halt in der Negation - das war ironisch ...
Im Alltagsleben siezt man sich. Ich erinnere mich noch gut an mein Erschrecken als mich im Alter von ca. 16 Jahren erstmals eine ältere Frau gesiezt hat. An einer Bushaltestelle: "Könnten Sie mir bitte sagen, wann der nächste Bus kommt?". Inzwischen ist das natürlich normal, ich werde gesiezt.
Aber doch nicht im Netz, oder? Noch in jedem Chat oder wo sonst ich mich in den letzten Jahren so herumgetrieben habe hat man sich geduzt. Na gut, wenn ich beim Homebanking eine Nachricht an meine Bank schreibe Sieze ich die Leute. Und bei emails an meinen Chef sieze ich ihn auch usw. usf.
Aber hier? Es ist überraschend durcheinander, ich wundere mich, wie oft hier in den Blogs gesiezt wird. Gibt es da eine Nettiquette für Blogs? Mache ich etwas falsch, wenn ich Leute im Zweifelsfall duze? Natürlich sieze ich zurück, wenn einer anfängt, aber ansonsten? Ich dachte, der gesellschaftliche Trend wäre zum Du. Meine Mutter hat schließlich im Studium ihre MitstudentInnen noch gesiezt...
Nie hätte ich gedacht, dass es so verschiedene Formen von Kommunikation gibt. Miteinander sprechen scheint mir immer noch die natürliche Form. Früher hat man nicht nut Postkarten aus dem Urlaub geschrieben, sondern Briefe, in denen man ausführlich berichtet hat, wie es einem geht u.ä. Auch Liebesbriefe. Erinnert Ihr euch noch? Tempora mutantur.
Das Telefonieren gab es auch schon immer. Ich bin ja in manchen Punkten Nostalgiker - gibt es eigentlich Handys (wäre es ein englisches Wort, müsste man natürlich Handies schreiben, aber das ist ja nun zweifelsfrei ein deutsches Wort) mit Wählscheibe? Aber das wird bei den sms ziemlich anstregend, wahrscheinlich also nicht. Schade.
Dann kam das Fax. Man konnte schnell schriftlich etwas weiterleiten - extrem praktisch. Heute brauche ich es nur noch viel seltener als früher. Na gut, Telegramme und Telex gab's mal - aber das war ja nur etwas für große Ausnahmen o.ä. - ein Telex habe ich weder bekommen weder geschickt.
Dann die emails, das ist nun wirklich praktisch - und ich gebe zu, dass ich ziemlich viel maile, auch wenn das gar nicht mehr modern ist. Eine Weile (Mitte der Neunziger) habe ich ziemlich viel gechattet - auch was ganz anderes, habe gerade gelernt, dass das auch nicht mehr modern ist.
Handys mag ich nicht besonders, ist eigentlich auch nichts anderes als ein Telefon, nur viel teurer, dafür kann man es mitnehmen. Ich habe eines, auch um sms zu schicken (noch eine Form der Kommunikation, keinen eigenen Absatz wert), z.B. Einkaufslisten und Verabredungen ("Ich stehe beim Karstadt", "Ich beim Kaufhof"). Früher musste man sich wirklich verabreden. Habe gerade gelesen, dass die Jugend immer weniger verlässlich wird bei Terminen und Verabredungen - man kann ja schnell absagen oder verschieben oder oder...
Und jetzt gibt es instant messaging (keine Ahnung wie das genau funktioniert - noch nie gemacht) und Blogs.
Die sind schon einen eigenen Absatz wert, es ist tatsächlich eine andere Kommunikationsform. Man kann gewissermaßen andere besuchen, man kann sich hier wie dort unterhalten (Gehen wir zu mir oder zu Dir?), kann zeitversetzt kommunizieren oder auch zeitnah, andere können mitlesen, ihren Senf dazugeben oder nicht - sehr spannend und ich bin gespannt, wie mit mir weitergeht in den Blogs...